Seit 2 ½ Jahren arbeiten wir im TuS am Projekt zur Prävention zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport. Eigentlich wollten wir Ende 2020 mit dem Projekt fertig sein, leider hat Corona unseren Zeitplan ausgebremst.

Aber umso mehr wir uns mit diesem Thema beschäftigen, müssen wir auch erkennen, dass es hierbei um mehr geht als um ein Projekt, dass irgendwie zu Abschluss gebracht werden kann. Eigentlich handelt es sich mehr um einen Aufbruch. Einen Aufbruch, um bei allen unseren künftigen Aktivitäten dieses Thema immer vor Augen zu haben.

Prävention FOTO Vetrauenspersonen

Jens Barck und Diana Menke stehen als Ansprechpartner zur Verfügung

Mit (un-)schöner Regelmäßigkeit erfahren wir aus den Medien von Missbrauchsvorfällen in den unterschiedlichsten Umfeldern, in Familien, in Schulen, in Kirchen und ja, auch im Sport. Wir nehmen diese Meldungen schockiert zur Kenntnis und – glücklicherweise – sind sie räumlich weit weg. Aber sind wir und unsere Mitglieder damit in Sicherheit?

Die Antwort darauf – das haben wir mit Hilfe der Referenten des Landessportbundes inzwischen gelernt – ist: NEIN!

Sexualisierter Missbrauch kann immer und überall stattfinden, häufig direkt vor den eigenen Augen, ohne dass er gesehen wird. Täter haben häufig ein großes, für Dritte kaum nachvollziehbares Talent, sich und ihre Taten nach außen hin unsichtbar zu machen. Und sie nutzen den Vorteil, dass ihr Umfeld sich mit diesem Thema nur sehr ungern oder gar nicht beschäftigen möchte.

Und genau hier müssen und wollen wir ansetzten. Im TuS ist Prävention vor sexualisierter Gewalt künftig ein Thema.  Immer! Wir wollen, dass sich jeder Übungsleiter und Betreuer mit den Grundlagen beschäftigt. Rund 40 haben dies bisher getan, unsere übrigen Übungsleiter und Trainer sollen bis zum Sommer 2021 ebenfalls an der Grundlagenschulung teilnehmen.

Daneben erarbeiten wir ein Regeln, die alle Sportler, Übungsleiter und Mitglieder im TuS beachten sollen. Wir haben mit Diana Menke und Jens Barck zwei Ansprechpersonen benannt, an die sich jeder wenden kann, der beim Sport von betroffen ist und Hilfe haben möchte. Und wir werden Wege definieren, um im Worst-Case-Fall schnell und richtig zu reagieren.

Aber klar ist auch: Prävention zum Schutz vor sexualisierter Gewalt ist mehr als nur ein Stück Papier. Dieses Thema muss bei uns im Verein gelebt werden. Von Sportlern, Übungsleitern, Eltern, Mitgliedern, von allen. Auch das ist dann noch keine Vollkaskoversicherung, die uns im TuS vor sexualisierter Gewalt schützt. Aber sie erhöht die Wahrscheinlichkeit erheblich, dass es zu unentdeckten Missbrauchsfällen im Verein kommen kann und bietet betroffenen die Chance, möglichst schnell professionelle Hilfe zu bekommen.

Das allein ist alle Mühe wert, auf diesem Weg weiterzugehen!

Der Artikel ist in SPORTLICHE BILANZ 2020 erschienen. Das Heft kann HIER als PDF heruntergeladen werden.

TEXT und FOTO: U. Vergin