Sport ohne Angst – an diesem Leitbild orientiert sich das neue Präventionskonzept gegen sexualisierte Gewalt im Sport, dass der Verein jetzt schrittweise umsetzt. Gut drei Jahre haben rund 20 Übungsleiter aus den verschiedenen Sparten des Vereins sich mit dem Thema auseinandergesetzt und mit Unterstützung von Coaches der Landessportjugend Niedersachsen ein Konzept erarbeitet, dass die Risiken für alle Sportler im Verein begrenzt, selbst Opfer zu werden.

 „Anfangs hatte wir die Komplexität des Themas deutlich unterschätzt“, erläutert TuS-Pressewart Ulrich Vergin die Arbeit in der Projektgruppe. „Hinzu kam die Corona-Zeit, in der wir die Arbeit wiederholt unterbrochen haben, da das Thema sich nur bedingt dazu eignete, in Videokonferenzen erarbeitet zu werden.“ Außerdem gibt es Präventionskonzepte nicht von der Stange, so Vergin weiter. „Es musste zu den Menschen und Strukturen bei uns im TuS passen“. Daher habe sich der TuS auch von den Vorlagen der Landessportjugend gelöst und mit ‚Sport ohne Angst‘ ein eigenes Leitbild gewählt, dass durch einen Fußball der sicher in den Händen des Torwarts liegt, symbolisiert wird. Fußball ist die mitgliederstärkste Sparte im TuS.

Woraus besteht jetzt das Präventionskonzept?
 
Kernbereich ist die Schulung der Übungsleiter und die Information der Mitglieder, um durch einen respektvollen und offenen Umgang miteinander klarzumachen, dass im Verein hingeschaut wird. „Sport bietet per se durch seine Körperlichkeit und durch diverse Abhängigkeitsstrukturen, sowohl zwischen Sportlern und Trainern als auch innerhalb von Mannschaften viele Risikobereiche, die von potenziellen Tätern ausgenutzt werden können“, erläutert Vergin. „Unser Ansatz ist, dass im TuS möglichst nichts im Verborgenen stattfinden soll“. Hierzu wurden einige Regeln für unsere Übungsleiter aufgestellt, um diese zu vermeiden. „Zusätzlich fordern wir aber auch von allen Übungsleitern, bei möglichen Grenzverletzungen von Dritten nicht zuzuschauen, sondern aktiv einzugreifen und unsere Werte wie Respekt, Toleranz und Fairness durchzusetzen.“
Damit alle das notwendige Wissen hierfür bekommen, sollen alle rund 90 Übungsleiter und Trainer des Vereins an einer Grundlagenschulung teilnehmen, aktuell hat rund ein Drittel aller Übungsleiter daran bereits teilgenommen.
Bei Elternabenden von Mannschaften und Trainingsgruppen wird der Vorstand das Präventionskonzept in den nächsten Wochen auch den Eltern der jungen Sportler des Vereins vorstellen.
 
Als zweite Säule hat der TuS Vertrauensleute benannt, die allen Mitgliedern als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Aktuell sind dieses mit Diana Menke und Jens Barck zwei ehemalige Trainer, die die Strukturen im Verein kennen. An sie können sich alle direkt wenden, die Probleme in ihren Trainingsgruppen haben, sich bedroht fühlen oder anderweitig Hilfe suchen. Die Vertrauensleute nehmen an Schulungen des Landessportbundes zum Thema teil und können so mit möglichen Krisensituationen umgehen. Daneben dienen natürlich auch die Vorstandmitglieder als Ansprechpartner.
Daneben werden die Vertrauensleute sich einmal pro Jahr in den Trainingsgruppen mit Kindern und Jugendlichen vorstellen und dort auch erläutern, was es mit dem Kinder- und Jugendschutzkonzept im TuS auf sich hat.
 
Letztlich beinhaltet das Präventionskonzept auch Regeln, wie mit möglichen Missbrauchsfällen umzugehen ist, wenn diese dennoch vorkommen sollten. Dabei steht Schutz und Hilfe der möglichen Opfer im Zentrum.